Wirtschaftliche Vorteile von Minergie-Zertifikat wissenschaftlich belegt
(Basel)(PPS) Gemäss einer Studie zu den finanziellen Mehrkosten und Mehrwerten von klimafreundlichen Gebäuden von Dr. Constantin Kempf der Hochschule Luzern führen einzelne nachhaltige Baumassnahmen allein nicht zu höheren Nettoanfangsmieten. Wenn das Gebäude gesamtheitlich betrachtet und nach Minergie zertifiziert wird, entstehen jedoch finanzielle Vorteile für Vermietende. Auch Mietende profitieren dank tieferen Nebenkosten.
Durch klimafreundliche Baumassnahmen wie Fernwärme, Wärmepumpen und Dachbegrünungen werden Baukosten erhöht. Minergie-Bauten fassen mehrere solche Baumassnahmen in einem Standard zusammen. Die Ergebnisse der Studie von Dr. Constantin Kempf zeigen für die Periode von 2010 bis 2020 Baukostenaufschläge von 1,6 – 5,1 Prozent für Minergie-zertifizierte Mehrfamilienhäuser. Diese Kostenprämien führen gemäss Constantin Kempf, Dozent an der Hochschule Luzern, bei einer Minergie-Zertifizierung anschliessend zu höheren Nettoanfangsmieten von 2,6 bis 6,6 Prozent. Die Umsetzung einzelner Massnahmen wie Fernwärme, Wärmepumpen, Solarenergie erhöhen die Kostenprämien zwar ebenfalls. Allerdings lassen sich die Nettoanfangsmieten gemäss der Studie von Constantin Kempf ohne Minergie-Zertifikat nicht erhöhen.
Für Minergie Geschäftsleiter Andreas Meyer Primavesi ist das Resultat erfreulich. «Die Studie zeigt eindeutige finanzielle Vorteile von Minergie für Investierende auf, auch wenn die Rendite nicht der einzige Grund ist klimafreundlich zu bauen», sagt der Geschäftsleiter. Nach Minergie zu zertifizieren, steigert ausserdem den Wert des Gebäudes, erlaubt oft eine erhöhte Ausnutzung der Bauparzellen und führt zu tieferen Hypothekarzinsen. Nicht zu vergessen sind die Leistungen für die Schweizer Energie- und Klimapolitik. In der Schweiz sind aktuell fast 60’000 Gebäude nach Minergie zertifiziert. In den vergangenen 25 Jahren konnten so im Total rund 12 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden.
Aber ist die Studie auch eine gute Nachricht für Mietende, wenn die Zinsen mit einem Zertifikat höher angesetzt werden können? «Gemäss der Studie ist der Nettomietzins in Minergie-Wohnungen etwas höher, die Nebenkosten sind dafür deutlich geringer als bei einem Gebäude, das den gesetzlichen Mindeststandards entspricht. Zusätzlich geniessen die Mietenden einen höheren Komfort, vor allem dank dem automatisierten Luftwechsel und dem erhöhten Hitzeschutz», sagt Andreas Meyer Primavesi. «Minergie-Gebäude sind sowohl für Vermietende als auch für Mietende attraktiv».
Link zur Studie: Construction Costs and Initial Yield Effects of MINERGIE Certification and Sustainable Construction
https://www.minergie.ch/media/construction_costs_and_initial_yield_effec...
Minergie ist der Schweizer Baustandard für Komfort, Effizienz und Klimaschutz – sowohl in Neubauten als auch bei Modernisierungen. Eine besondere Rolle spielen dabei die hochwertige Gebäudehülle, ein kontrollierter Luftwechsel sowie die Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz. Minergie-Bauten setzen konsequent erneuerbare Energien ein, nutzen das Potenzial der Solarenergie, sind CO2-frei im Betrieb, minimieren die Treibhausgasemissionen in der Erstellung und verfügen über ein konsequentes Energiemonitoring mit dem Modul Monitoring+.
Die drei bekannten Baustandards Minergie, Minergie-P und Minergie-A können mit dem Zusatz ECO erweitert werden. Das neue Label Minergie-Areal geht von einer Mischung aus Bestandesbauten und Neubauten aus und setzt Regeln für eine Transformation. Minergie gewährleistet somit eine Qualitätssicherung in allen Phasen – von der Planung über den Bau bis hin zum Betrieb.
Florian Landolt, Minergie, Bäumleingasse 22, 4051 Basel,
+41 61 205 25 66, florian.landolt @ minergie.ch